Der Markt in Zahlen
| Ausschreibungen, auf die man anbieten konnte | 590 |
| publizierte Zuschläge | 873 |
| freihändige Vergaben (ohne Wettbewerb) | 356 |
| abgebrochene oder widerrufene Verfahren | 54 |
| verschiedene Auftraggeber | 187 |
| Eingabefrist im Mittel | 46 Tage |
| Verfahren mit Losaufteilung | 67 (11,4 %) |
| Unterlagen nicht bei Simap | 50 (8,5 %) |
| Medianzuschlag (gesamter Bestand) | CHF 963'475 |
Von allen 1'229 vergebenen Aufträgen gingen 29,0 % freihändig weg, also ohne Wettbewerb. Schweizweit sind es 20,7 %.
Wer ausschreibt
| Auftraggeber | Ausschreibungen 2026 | Anteil |
|---|---|---|
| Bundesamt für Bauten und Logistik BBL | 79 | 13,4 % |
| Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern (AGG) | 45 | 7,6 % |
| Fachstelle Beschaffungswesen Stadt Bern | 41 | 6,9 % |
| Bundesamt für Strassen ASTRA, Filiale Thun | 19 | 3,2 % |
| armasuisse Ressourcen und Support | 18 | 3,1 % |
Was ausgeschrieben wird
| Art des Auftrags | Ausschreibungen | Anteil |
|---|---|---|
| Bauauftrag | 288 | 48,8 % |
| Dienstleistung | 191 | 32,4 % |
| Lieferauftrag | 111 | 18,8 % |
Was in Bern anders ist: der Bund schreibt mit
Bern ist Bundesstadt, und das prägt die Liste. Grösster Auftraggeber ist nicht der Kanton, sondern das Bundesamt für Bauten und Logistik mit 79 Ausschreibungen; dazu kommen ASTRA und armasuisse. Weil hier nach der Adresse der ausschreibenden Stelle gezählt wird, stehen deren Aufträge unter Bern — ausgeführt werden sie zum Teil in der ganzen Schweiz. Das erklärt zwei Auffälligkeiten.
Erstens die Auftragsgrösse. Der Medianzuschlag liegt bei rund 963'000 Franken — der höchste der sechs hier verglichenen Kantone und deutlich über Zürich (618'000). Bundesbeschaffungen sind im Schnitt grösser und laufen häufiger über WTO-Verfahren.
Zweitens die Fristen. Mit 46 Tagen im Mittel gibt Bern die längste Bearbeitungszeit der sechs Kantone. Auch das ist eine Folge der Verfahrensart, nicht der Grosszügigkeit.
Dem steht die auffälligste Zahl gegenüber: 356 freihändige Vergaben stehen 873 Zuschlägen aus Verfahren gegenüber — 29,0 % aller vergebenen Aufträge gingen ohne Wettbewerb weg, der höchste Anteil im Vergleich. Wer in Bern anbieten will, sollte die freihändigen Vergaben ebenso verfolgen wie die Ausschreibungen: Sie zeigen, welche Stelle mit wem bereits arbeitet.
Ausgezählt aus dem Bestand, den Tenderis seit dem 1. Juli 2024 von simap.ch erfasst; Stand 21. September 2026.
Zugeordnet wird über die in der Publikation genannte Adresse der ausschreibenden Stelle, nicht über den Ort der Leistungserbringung. Ein Bundesamt mit Sitz im Kanton Bern zählt hier also mit, auch wenn der Auftrag anderswo ausgeführt wird — und umgekehrt fehlt ein Auftrag im Kanton Bern, den eine Stelle aus einem anderen Kanton ausschreibt. Für die Frage „wen muss ich kennen" ist das die richtige Zuordnung, für die Frage „wo wird gebaut" nicht.
Die Zahlen des Jahres 2026 umfassen die Publikationen bis zum 21. September; der Medianzuschlag beruht auf dem gesamten erfassten Zeitraum, weil ein Zuschlag oft Monate nach der Ausschreibung publiziert wird.